Das Infektionsschutzgesetz (IfSG)

Wer muss was wie und wohin melden?

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Meldewesen

Das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen, kurz Infektionsschutzgesetz (IfSG) genannt, regelt u.a. die Meldepflicht von Krankheiten sowie von labordiagnostischen Erregernachweisen.  
Auf den folgenden Seiten stellen wir Auszüge aus dem IfSG bezogen auf virale Erkrankungen dar.
Hier gelangen Sie zum vollständigen Gesetzestext des IfSG

Wer ist zur Meldung verpflichtet?

§ 8 IfSG Zur Meldung verpflichtete Personen (Auszug)

(1)   Zur Meldung oder Mitteilung sind verpflichtet:

Im Falle des §6 der feststellende Arzt;[...]
Im Falle der  §§6 und 7 die Leiter von Einrichtungen der [...] Diagnostik

(2)   Der Meldepflichtige hat dem Gesundheitsamt unverzüglich mitzuteilen, wenn sich eine Verdachtsmeldung nicht bestätigt hat.

§6 Meldepflichtige Krankheiten (hier nur viral bedingte)
§7 Meldepflichtige Nachweise von Krankheitserregern (hier nur Viren)

Meldepflicht §6

Namentlich ist zu melden:
1. der Krankheitsverdacht, die Erkrankung sowie der Tod an
akuter Virushepatitis
enteropathischem hämolytisch urämischem Syndrom (HUS)
virusbedingtem hämorrhagischen Fieber
Masern
Poliomyelitis (als Verdacht gilt jede akute schlaffe Lähmung, außer wenn traumatisch bedingt)
Tollwut

2.      der Verdacht auf und die Erkrankung an einer mikrobiell bedingten Lebensmittelvergiftung oder an einer akuten infektiösen Gastroenteritis, wenn

a)      eine Person betroffen ist, die eine Tätigkeit im Sinne des § 42 Abs. 1 ausübt,

b)      zwei oder mehr gleichartige Erkrankungen auftreten, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird,

3.      der Verdacht einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung,

4.      die Verletzung eines Menschen durch ein tollwutkrankes, -verdächtiges oder -ansteckungsverdächtiges Tier sowie die Berührung eines solchen Tieres oder Tierkörpers,

5.      soweit nicht nach den Nummern 1 bis 4 meldepflichtig, das Auftreten

a)      einer bedrohlichen Krankheit oder

b)      von zwei oder mehr gleichartigen Erkrankungen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, wenn dies auf eine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit hinweist und Krankheitserreger als Ursache in Betracht kommen, die nicht in § 7 genannt sind.
Dem Gesundheitsamt ist unverzüglich das gehäufte Auftreten nosokomialer Infektionen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, als Ausbruch nichtnamentlich zu melden. Die Meldung nach Satz 1 hat gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 1, 3 und 5, § 10 Abs. 1 Satz 3, Abs. 3 und 4 Satz 3 zu erfolgen.