AG Krüger

Molekulare Evolution und Epidemiologie der Hantaviren

Hantaviren spielen als Erreger von Zoonosen in Deutschland und weltweit eine wichtige medizinische Rolle. Sie werden von kleinen Säugetieren auf den Menschen übertragen und verursachen teils schwere Erkrankungen mit Nieren- oder Lungenversagen. In den Jahren 2010 und 2012 gehörten Hantaviruserkrankungen in Deutschland zu den 5 häufigsten meldepflichtigen Viruserkrankungen.

Die Forschungsprojekte der Gruppe werden seit Jahren kontinuierlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Einzelverfahren und Koordinierten Programmen gefördert, außerdem phasenweise von der Europäischen Union, dem Robert-Koch-Institut und weiteren Organisationen.

Mitarbeiter

  • Dr. Sabrina Weiß
  • Dr. Boris Klempa
  • Dr. Sophie Köndgen
  • Nadine Krüger
  • Brita Auste

Projekte

Detaillierte Projektbeschreibungen finden Sie in den Jahresberichten des Instituts.

Molekulare Evolution und Epidemiologie der Hantaviren

Dieses Projekt befasst sich mit der molekularen Evolution des Dobrava-Belgrad-Virus, das wir in Norddeutschland als neuen Krankheitserreger ausgemacht haben, und des vor allem im Westen und Süden Deutschlands vorkommenden Puumalavirus. Entwicklungen zur molekularen Virusdiagnostik werden gemeinsam mit dem am Institut angesiedelten Nationalen Konsiliarlaboratorium für Hantaviren umgesetzt. Von besonderem Interesse ist, wie Hantaviren Speziesbarrieren zwischen Reservoirwirt und Mensch sowie zwischen verschiedenen Reservoirwirten überwinden, sowie welche Pathogenitätsdeterminanten der verschiedenen Virusstämme die Virulenz im Menschen beeinflussen. Solche Untersuchungen erstrecken sich auch auf Russland, das ein Epidemiegebiet für Hantaviruserkrankungen ist, und wo wir in dem Sochi-Virus einen neuen hochpathogenen Erreger aufgefunden haben und nun charakterisieren.

Kooperationspartner

  • Friedrich-Loeffler-Institut Greifswald
  • Tschumakow-Institut für Virusenzephalitiden, Moskau

Hantaviren in Afrika

Nachdem wir die ersten Hantaviren auch in Afrika nachgewiesen haben, beschäftigen wir uns mit der Aufklärung der tierischen Reservoire, der Humapathogenität und klinischen Bedeutung dieser Viren. Offensichtlich werden Hantaviren nicht nur von Nagetieren beherbergt, sondern auch von Insektenfressern und Fledermäusen. Die klinische Relevanz der Viren aus "nichtklassischen" Wirten ist bisher noch völlig unbekannt. Die Untersuchung von Pathogenitätsmarkern der Viren in In-vitro-Systemen komplettiert die Feldstudien und klinischen Untersuchungen

Kooperationspartner

  • Gruppen des DFG-Konsortiums "Hantaviren in Afrika"

HantaHunt (im Rahmen von Infect-ERA)

Strukturelle und funktionelle Analysen der Hüllglykoproteine von Hantaviren und deren Rolle bei der Virusbildung, dem Viruseintritt und der Immunerkennung als neue Tarets der antiviralen Behandlung

Kooperationspartner

  • Humboldt-Universität zu Berlin
  • Institut Pasteur, Paris
  • Weizmann Institute, Rehovot