Virusimmunologie

Wir erforschen die komplexen Interaktionen zwischen Viren und den Komponenten des Immunsystems. Ein Aspekt sind die Strategien, durch die sich Viren der Immunabwehr entziehen (virale Immunevasion). Ein anderer sind virusinduzierte Immunreaktionen, die zu Organ- und Gewebeschäden im Organismus führen (virale Immunpathogenese). Die Medizin kann letztlich von den Viren lernen, wie unerwünschte Immunreaktionen beeinflusst werden. Dieser Lernprozess wird langfristig zu neuen immunmodulatorischen Therapieformen in der Transplantationsmedizin und bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen führen. Schließlich ist die genaue Kenntnis der Interaktionen zwischen Viren und Immunsystem unabdingbar, um effiziente Impfstoffe zu entwickeln.

AG-Leiter

Prof. Dr. Günther Schönrich

Kommissarischer Institutsdirektor

Charité - Universitätsmedizin Berlin

CCM: Campus Charité Mitte

Charité Centrum Diagnostische und präventive Labormedizin CC 5

Institut für Virologie

Postadresse:

Charitéplatz 1

10117 Berlin

Campus- bzw. interne Geländeadresse:

Rahel-Hirsch-Weg 3

t: +49 30 450 525071

f: +49 30 450 7525907

Lageplan

Mitarbeiter

  • Dr. Martin J. Raftery, Post-Doc
  • Mohammed Yassen, Doktorand
  • Christina Priemer, MTA

Projekte

Detaillierte Projektbeschreibungen finden Sie in den Jahresberichten des Instituts.

Virale Immunevasion

Ein wissenschaftlicher Schwerpunkt der AG Virusimmunologie sind Immunevasionsmechanismen von humanpathogenen Herpesviren. Diese Krankheitserreger sind weltweit verbreitet, infizieren den größten Teil der Menschheit und sind  daher von großer Bedeutung in der Humanmedizin. Sie verursachen Herpes labialis, Windpocken, Herpes zoster und vieler andere bekannte Infektionserkrankungen. Bei immunsupprimierten Personen können Herpesviren gefährliche Symptome verursachen und stellen daher ein zunehmendes Problem in der Transplantationsmedizin dar.

Virusinduzierte Immunpathogenese

Ein anderer Schwerpunkt ist die Erforschung  der virusinduzierten Immunpathogenese nach Infektion mit Hantaviren. Diese Erreger können nach Übertragung von Tieren auf den Menschen Krankheiten hervorrufen, welche die Lunge, die Niere und das Herz betreffen können. In Deutschland wird eine zunehmende Verbreitung der Hantavirus-assoziierten Erkrankungen beobachtet.

Publikationen

Lalwani P, Raftery MJ, Kobak L, Rang A, Giese T, Matthaei M, van den Elsen PJ, Wolff T, Krüger DH, Schönrich G
Hantaviral mechanisms driving HLA class I antigen presentation require both RIG-I and TRIF.
Eur. J. Immunol. 2013; 43(10):2566-76.
Wolk K, Witte K, Witte E, Raftery M, Kokolakis G, Philipp S, Schönrich G, Warszawska K, Kirsch S, Prösch S, Sterry W, Volk HD, Sabat R
IL-29 is produced by TH17 cells and mediates the cutaneous antiviral competence in psoriasis.
Sci. Transl. Med. 2013; 5:204ra129.
Okhrimenko A, Grün JR, Westendorf K, Fang Z, Reinke S, von Roth P, Wassilew G, Kühl AA, Kudernatsch R, Demski S, Scheibenbogen C, Tokoyoda K, McGrath MA, Raftery MJ, Schönrich G, Serra A, Chang HD, Radbruch A, Dong J
Human memory T cells from the bone marrow are resting and maintain long-lasting systemic memory.
Proc. Natl. Acad. Sci. U S A 2014; 111(25):9229-34.
Raftery MJ, Lalwani P, Krautkrӓmer E, Peters T, Scharffetter-Kochanek K, Krüger R, Hofmann J, Seeger K, Krüger DH, Schönrich G
β2 integrin mediates hantavirus-induced release of neutrophil extracellular traps.
J. Exp. Med. 2014; 211(7):1485-97.
Raftery MJ, Wolter E, Fillatreau S, Meisel H, Kaufmann SH, Schönrich G
NKT cells determine titer and subtype profile of virus-specific IgG antibodies during herpes simplex virus Infection.
J. Immunol. 2014; 192(9):4294-302.

Forschungsdatenbank

Für mehr Details nutzen Sie bitte auch die undefinedForschungsdatenbank der Charité.