ZooVac

Innovative Impfstoffforschung gegen virale Zoonosen

Sie befinden sich hier:

ZooVac

Die Nachwuchsgruppe ZOOVAC betreibt innovative Impfstoffforschung gegen virale Zoonosen. Hierbei steht die Verbesserung einer krankheitsspezifischen Schutzwirkung von Impfstoffen im Vordergrund. Wichtige Ziele sind z.B. das Erreichen von Neuroprotektion, also Schutz des ZNS (Gehirn und Rückenmark) sowie Protektion des sich entwickelnden Fetus („Fetoprotektion“) und auch eine möglichst schnell einsetzende Schutzwirkung im Sinne eines Notfallimpfstoffes zu induzieren.

Entwicklung innovativer Impfstrategien – Zika Virus als Modell für sogenannte „emerging pathogens“

Impfstoffe stellen die erfolgreichste medizinische Maßnahme zum Schutz vor Viruskrankheiten dar. Heutzutage kommt neuen oder  plötzlich wiederauftretenden Infektionserregern, wie z.B. den durch Coronaviren ausgelösten, schweren respiratorischen Atemwegserkrankungen SARS und MERS, eine immer größere Bedeutung zu, und der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) muss diese Erreger im Rahmen von Vorsorgemaßnahmen zunehmend berücksichtigen. Daher besitzt die Entwicklung von neuen wirksamen Bekämpfungsstrategien, insbesondere in Form von im Notfall verfügbaren Impfstoffen, große Bedeutung für das öffentliche Gesundheitssystem. In diesem Projekt sollen grundlegende Erkenntnisse gewonnen werden, die eine schnelle und effiziente Identifizierung von potentiellen Impfantigenen für zoonotische Pathogene ermöglichen. Dies soll auf der Basis eines Infektionsmodells mit dem zur Familie der Flaviviridae gehörenden, aktuellen Zoonoseerreger Zika Virus untersucht werden. Vielversprechende ZikV-Proteine werden in vivo systematisch auf ihre Eignung als Antigene zur protektiven Immunisierung getestet. Dieses neuartige Modell zur Untersuchung von ZikV-Proteinen, basiert auf der Verwendung viraler Impfstoffe auf der Grundlage des Vacciniavirus MVA. Aktuell ist MVA bereits als verbesserter Pockenschutzimpfstoff zugelassen und dient auch als rekombinantes Impfvirus zur Entwicklung neuartiger Vektorimpfstoffe. Mehrere dieser Vektorimpfstoffe befinden sich bereits in der klinischen Erprobung am Menschen.

Arbeitsschwerpunkte

Die Gesamtstruktur des Forschungsprogrammes umfasst drei Teilprojekte, die abhängig von den bearbeiteten Themen weiter in verschiedene Arbeitsschritte unterteilt werden.

Teilprojekt 1 umfasst die Herstellung einer Zika Virus-Genexpressionsbibliothek auf der Basis des Modifizierten Vacciniavirus Ankara (MVA) generieren. Diese Sammlung von unterschiedlichen Impfantigenen System wird auf die Fähigkeit geprüft, gegen die Zika Virus-Infektion im Mausmodell zu schützen.

Teilprojekt 2 untersucht die Kapazität der potentiell schützenden Zika Virus–Antigene detailliert weiter untersuchen, hinsichtlich der Induktion von krankheitsspezifischem Schutz (Neuroprotektion, Fetoprotektion) sowie einer schnellen Schutzwirkung bei Notfallimpfung.

Im Teilprojekt 3 sollen dann die immunologischen Mechanismen, die der krankheitsspezifischen bzw. schnellen Schutzwirkung zugrunde liegen identifiziert und charakterisiert werden.

Koordination

Dr. Asisa Volz
Institut für Infektionsmedizin und Zoonosen
Lehrstuhl für Virologie
LMU München
E-Mail: Asisa.Volz(at)lmu.de
Tel. +49 (0)89 2180 2612