Nationales Konsiliarlaboratorium für Hantaviren

Als vom Robert Koch-Institut (RKI) benanntes Konsiliarlaboratorium bieten wir zu dieser infektionsepidemiologisch bedeutenden Virusfamilie Spezialuntersuchungen und fachliche Beratung an.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Jörg Hofmann | t: +49 30 450 525141 / +49 30 405 026 351
Dr. Peter T. Witkowski | t: +49 30 450 525089

Aufgaben und Projekte

Die in Mitteleuropa verbreiteten Hantaviren führen zu fiebrigen Erkrankungen, die je nach Schwere des Verlaufes zum akuten Nierenversagen führen können, welches mittels Dialyse behandelt werden muss. Als Konsiliarlabor beraten wir das Robert-Koch-Institut, sowie Kliniken und niedergelassene Ärzte in virusdiagnostischen und infektionsepidemiologischen Fragen. In den vergangenen Jahren wurden am Institut serologische und molekulardiagnostische Verfahren weiterentwickelt, die es ermöglichen, die Erreger auf regionaler Ebene zu typisieren und die infektionsepidemiologischen Zusammenhänge der periodisch auftretenden Hantaepidemien in Deutschland aufzuklären.

Gemeinsam mit der Gesellschaft zur Förderung der Qualitätssicherung in medizinischen Laboratorien e.V. (INSTAND) haben wir deutschlandweite Ringversuche zur Qualitätssicherung und Vereinheitlichung der Hantavirusdiagnostik eingeführt.

Die Virus-Stammsammlung des Konsiliarlabors umfasst nicht nur die in Deutschland zirkulierenden Viren vom Typ Puumala, Dobrava und Tula, sondern auch weitere zum Teil hochvirulente Erreger, die in Deutschland selbst nicht vorkommen. 

Nach den Epidemien in den Jahren 2007, 2010 und 2012 rücken Hantaviruserkrankungen verstärkt in das öffentliche Bewusstsein. Infolgedessen hat die Öffentlichkeitsarbeit und gezielte Beratung von Patienten, Organisationen und Medien deutlich an Bedeutung zugenommen. Hierzu wurde ein gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut und weiteren Einrichtungen erarbeitetes Merkblatt „Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionen mit Hantaviren“ erstellt und eine gesonderte E-Mail-Adresse (hanta-konsiliar(at)charite.de) eingerichtet. 

 

Weitere Informationen

Öffnet externen Link im aktuellen FensterRKI-Ratgeber für Ärzte: Hantaviren

Informationen zu Hantaviren auf der Öffnet externen Link im aktuellen FensterHomepage der Gesellschaft für Virologie unter "Virusportraits"

Ausgewählte Publikationen

Hofmann J, Grunert HP, Donoso-Mantke O, Zeichhardt H, Kruger DH
Does proficiency testing improve the quality of hantavirus serodiagnostics? Experiences with INSTAND EQA schemes.
Int. J. Med. Microbiol. 2015; 305(7):607-11.
Kruger DH, Figueiredo LT, Song JW, Klempa B
Hantaviruses--globally emerging pathogens.
J. Clin. Virol. 2015; 64:128-36.
Krüger DH, Hofmann J, Krautkrämer E, Zeier M
Bedrohung durch zoonotische Viren: Neues zur Hantavirus-Erkrankung.
Dtsch. Med. Wochenschr. 2014; 139(31-32):1576-8.
Hofmann J, Meier M, Enders M, Führer A, Ettinger J, Klempa B, Schmidt S, Ulrich RG, Kruger DH
Hantavirus disease in Germany due to infection with Dobrava-Belgrade virus genotype Kurkino.
Clin. Microbiol. Infect. 2014; 20(10):O648-55.
Hofmann J, Führer A, Bolz M, Waldschläger-Terpe J, Meier M, Lüdders D, Enders M, Oltmann A, Meisel H, Krüger DH
Hantavirus infections by Puumala or Dobrava-Belgrade virus in pregnant women.
J. Clin. Virol. 2012; 55(3):266-9.
Ettinger J, Hofmann J, Enders M, Tewald F, Oehme RM, Rosenfeld UM, Ali HS, Schlegel M, Essbauer S, Osterberg A, Jacob J, Reil D, Klempa B, Ulrich RG, Kruger DH.
Multiple synchronous outbreaks of puumala virus, Germany, 2010..
Emerg. Infect. Dis. 2012; 18(9):1461-4.