11.09.2020

Forschungszusammenarbeit mit Kenia: Neues über die Entstehung und Verbreitung des Sandfliegenfiebers

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Sandfliegen sind winzig kleine blutsaugende Insekten, die für die Übertragung des sogenannten Sandfliegenfiebers im Mittelmeerraum verantwortlich sind. Infektionen äußern sich meist durch Fieber, Kopfschmerzen und gastrointestinalen Symptome. Es können aber auch schwerere Verläufe mit Sehstörung, Hörsturz, Lähmungserscheinungen und Meningitiden oder Enzephalitiden auftreten. Ausgelöst wird die Infektionskrankheit durch Viren, die zur Gruppe der Phleboviren gehören. Die Arbeitsgruppe von Sandra Junglen hat zusammen mit Partnern vom International Centre of Insect Physiology and Ecology (icipe) vier bisher unbekannte Phleboviren in Sandfliegen aus Kenia entdeckt. Die neu entdeckten Viren besitzen unterschiedliche serologische Eigenschaften. Während eins der Viren zum Toscana Serokomplex gehört, reagieren die anderen drei nicht mit dem verwandten Sicilian Serokomplex und etablieren eine neue Serogruppe. Es wird vermutet, dass die neuen Viren ganz ähnliche Symptome wie die bereits bekannten Sandfliegenfieberviren auslösen. Das internationale Team hat Nachweismethoden entwickelt, die helfen die Verbreitung der Viren und assoziierte Krankheitssymptome aufzuklären. Die genetische Diversität und phylogenetische Einordnung der neuen Phleboviren lassen vermuten, dass die aus dem Mittelmeerraum bekannten Sandfliegenfieberviren ursprünglich aus Ostafrika südlich der Sahara stammen.  

Links

https://msphere.asm.org/content/5/5/e00598-20

Kontakt

PD Dr. rer. nat. Sandra Junglen

CharitéUniversitätsmedizin Berlin

Postadresse:Charitéplatz 110117 Berlin

Campus- bzw. interne Geländeadresse:Rahel-Hirsch-Weg 3

CCM, Rahel-Hirsch-Weg 3


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