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01.03.2019

Neues Forschungsprojekt zum Hepatitis-E-Virus

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Eine Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus ist eine der wichtigsten Ursachen einer akuten viralen Leberentzündung, einer sogenannten Hepatitis. Auch in Deutschland tritt die HEV-Infektion häufig auf, wird aber oft nicht erkannt. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann sie zu einer langandauernden, schweren Krankheit und sogar zum Tod führen. Ein neuer Forschungsverbund unter Ko-Koordination der CharitéUniversitätsmedizin Berlin wird diese chronische Verlaufsform der Infektion jetzt genauer untersuchen. Das Bundesministerium für Gesundheit fördert das neue Vorhaben mit 671.000 Euro.

Hepatis-E-Viren (HEV) kommen weltweit vor. In Ländern mit niedrigem Hygienestandard wird das Virus insbesondere über verschmutztes Trinkwasser übertragen. In Industrienationen wie Deutschland stecken sich die meisten Patientinnen und Patienten durch den Verzehr von infizierten Fleischprodukten an, besonders von Haus- und Wildschweinen. Es gibt schätzungsweise 420.000 neue Infektionen pro Jahr in Deutschland. Im Regelfall haben Personen nach einer Erkrankung mit HEV nur leichte oder gar keine Beschwerden und die Infektion klingt nach wenigen Wochen ohne Folgen ab. Doch bei bestimmten Personengruppen, zum Beispiel Menschen mit geschwächtem Immunsystem, kann sie zu einer chronischen Krankheit führen und ist oft sogar lebensbedrohlich.

„Die Häufigkeit von chronischen HEV-Infektionen und die Mechanismen, die dazu führen, sind bislang wenig verstanden. Die Bedeutung dieser Erkrankung wurde lange nicht erkannt und wir vermuten, dass sie weiterhin unterschätzt wird“ erläutert Dr. Victor Corman vom Institut für Virologie der Charité die Dringlichkeit von Forschung auf diesem Gebiet.

Das jetzt gestartete Projekt „Chronische Hepatitis-E in Deutschland“ wird Daten über diese verhältnismäßig häufig auftretende chronische Virusinfektion sammeln und analysieren. Hepatitis-E-Viren kommen nicht nur im Menschen, sondern auch in Tieren vor, die nicht selten die Quelle für menschliche Infektionen sind. Entsprechend vereint der Forschungsverbund Expertinnen und Experten aus Virologie, Humanmedizin, Veterinärmedizin und Öffentlicher Gesundheit. Das Robert Koch-Institut koordiniert das Vorhaben, die Charité ist Ko-Koordinator. Zusätzlich sind das Universitätsklinikum Essen, die Ruhr-Universität Bochum und das Bundesinstitut für Risikobewertung beteiligt.

Kontakt

Dr. Victor Corman

CharitéUniversitätsmedizin Berlin

Postadresse:Charitéplatz 110117 Berlin

Campus- bzw. interne Geländeadresse:Rahel-Hirsch-Weg 3

CCM, Rahel-Hirsch-Weg 3


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